Autor Thema: Erinnerungen  (Gelesen 249 mal)

Offline monijoll

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Erinnerungen
« am: 29 Dezember 2009 11:41:03 11:41 »
Hallo
Beim Durchlesen einiger Beiträge ist mir mit Erschrecken aufgefallen was ich mit meinen 52 Jahren schon alles von meinem geliebten Daxlanden vergessen habe. Darum hab ich für mich selber mal ein paar Sachen notiert an die ich mich noch erinnere. Kommentare und Berichtigungen sind erwünscht.
In der Kastenwörthstr. Gab es beim Gässchen einen Spar, ein Cafe, einen Stoff+Nähladen und am Kirchplatz die Drogerie Walz?. Da wurde ich immer mit den Rabattheftchen zum Einkaufen hingeschickt. Wehe man kam ohne Märkchen nach Hause. Auserdem glaub ich ein Konsum und Pfannkuch.. An eine Mangelei in die wir die Bettwäsche brachten kann ich mich auch noch erinnern. Auch eine Apotheke und das Kiosk..
In der Turnerstrasse war das Milchlädchen in das wir während der 10er Pause verbotener Weise geschlichen sind. Post und Polizei waren auch da.
Die Bäckerei Stähle hatte die weltbesten Laugenwecke. Glaubt mir, die waren so toll. Aussen richtig knusprig und der Boden war so laugik, dass einem die Zunge brannte. Nie mehr habe ich irgendwo so was bekommen. Allerdings konnte man zumindest am Anfang sein Brot vergessen. 1Kilo Brot war so gross wie anderstwo ein Pfünder und lag auch so schwer im Magen.
Deshalb holten wir das Brot bei der Bäckerei Friedrich in der Vorderstrasse. Meine Oma wohnte in der Inselstrasse. Von da gab es einen Weg durch Gärten und man kam direkt bei der Backstube heraus. Für uns Kinder immer ein Erlebnis, da wir immer willkommen waren.
Die Kuchen wurden zum Abkühlen auf ein Regal im Hof gelegt und waren im Sommer immer von vielen Wespen umschwärmt. Da ich davor Angst hatte erzählte mir Bäcker Friedrich, dass er die Wespen dressiert hätte und befahl einer ins Ohr zu kriechen, was diese zu meiner grössten Bewunderung auch tat. Viel später hab ich den Trick mit Zuckerguss herausgebracht. Aber sehr mutig finde ich das immer noch.

So jetzt ruft leider die Küche und dann muss ich zur Arbeit werde aber demnächst weiter schreiben wenn’s erlaubt ist.

lg
moni

Online Markus

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« Antwort #1 am: 30 Dezember 2009 07:58:42 07:58 »
Genau so stelle ich mir diese Rubrik vor. Erinnerungen......Fragen.....usw.

Das mit dem Brot und den Weckchen ist heute genau anders rum..... 1__2

Übrigens findest Du hier die Werbeanzeigen von 1957:
http://www.daxlanden.com/Forum/index.php?topic=947.0

Ältere Werbeanzeigen sind auch hier in diesem Board.
« Letzte Änderung: 30 Dezember 2009 12:45:34 12:45 von Markus »

Offline monijoll

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« Antwort #2 am: 01 Januar 2010 21:49:00 21:49 »
2)
Aber wir kauften da nicht nur ein. Im Sommer wurden an manchen Tagen Blechkuchen gebacken. Bei uns waren es Rahm, Zucker, Zwetschgen-und Apfelkuchen.  Diese wurden in  grossen Blechen vorbereitet und dann zur Bäckerei gebracht. Nach ein paar Stunden hat man sie fertig gebacken wieder abgeholt. Man lief dann, meist mit 2 Bleche gegen die Hüften gestemmt und die Hände mit einem Grubentuch vor der Hitze geschützt nach Hause. Das machten übrigens viele Familien damals und so warteten immer einige Frauen vor der Backstube auf ihre Schätze.Zu Verwechslungen ist es glaube ich nie gekommen.
Für uns Kinder gab es auch immer eine Süssigkeit. Ich liebte das Eiskonfekt. Es war nicht wie heute einzeln verpackt. Man kaufte es  für 2Pfennige. Es war so gross und sah auch fast so aus wie ein Kronkorken. Kaufte man mehrere wurden sie in Minitüten aus Butterbrotpapier gefüllt. Bis man nach Hause kam hatte man meistens nur noch einen Klumpen, da sie bei der geringsten Hitze schmolzen. Dem Geschmack tat das aber keinen Abbruch.
Es gab auch noch essbares Papier, Brausetütchen, Lakritzeschnecken und andere Köstlichkeiten. Ich glaube 90% meines nicht reichlichen Taschengeldes ist hier gelandet.

Unsere Milchprodukte kauften wir beim Milch-Kühn bei der kleinen Kirche.
Man hatte damals noch richtige Milchkannen aus Blech. Das Geschäft hatte eine „Milchzapfanlage“. Bediente Herr Kühn den Hebel einmal, war ein halber Liter in der Kanne.
Einen Teil dieser Milch liess meine Oma immer extra auf der Spüle stehen, damit sie sauer wurde. Dann gab es Bratkartoffeln mit Sauermilch. (Versuche mit heutiger Milch sind nicht zu empfehlen). Neben der Zapfanlage für Milch gab es noch einen Sahnespender. Wir Kinder bekamen dann immer eine Waffel mit Sahne. Aber noch stolzer war ich, wenn ich den Hebel für die Milch selbst bedienen durfte.
Als besonderes Nervenkitzel auf dem Nachhauseweg  haben wir Milchkannenschleudern gemacht. Mit ausgestreckten Arm die Milchkanne über Kopf  kreisen lassen ohne dass etwas verschüttet wird. Falls es schief ging sah man nicht nur aus wie ein begossener Pudel, man hatte zu Hause auch noch grosse Erklärungsnot. Meistens folgte Hausarrest oder Taschengeldentzug.

Bis zum nächsten mal

moni


Offline Elfi

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« Antwort #3 am: 03 Januar 2010 11:14:10 11:14 »
Sehr schöne Erzählung.
Ja, man vergisst viel.
Spar beim Gässchen stimmt.
Cafe war Lörz.
Ich meine die Drogerie hieß Roth. Da war ich guter Kunde. Hatten auch Schulbedarf.
War gegenüber der Schule früher auch ein Schreibwarenladen ? Ist jetzt die Apotheke am Kirchplatz.


« Letzte Änderung: 03 Januar 2010 11:19:17 11:19 von Elfi »

Online Markus

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« Antwort #4 am: 03 Januar 2010 12:13:01 12:13 »
Hat denn niemand noch irgendwelche Fotos davon?
War ja schließlich in den 70ern und da hatte man Pocket Kameras.

Negative gehen auch und Dias........die kann ich einscannen.

Grüße Markus

Offline monijoll

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« Antwort #5 am: 04 Januar 2010 10:56:10 10:56 »
Hallo
Ja es gab einen Schreibwarenladen genau neben der Schule, aber die Apotheke war das glaub ich nicht. Man ging da so Stufen hoch. Wir gingen da schnell hin, wenn wir für die Schule was vergessen hatten.
Ansonsten haben wir die Schulsachen meistens beim Schreibwaren-Pflüger? in der Krämerstrasse gekauft.

lg
moni

Offline monijoll

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« Antwort #6 am: 04 Januar 2010 11:00:44 11:00 »
Hallo
Ja es gab einen Schreibwarenladen genau neben der Schule, aber die Apotheke war das glaub ich nicht. Man ging da so Stufen hoch. Wir gingen da schnell hin, wenn wir für die Schule was vergessen hatten.
Ansonsten haben wir die Schulsachen meistens beim Schreibwaren-Pflüger? in der Krämerstrasse gekauft.

lg
moni

Achso, es gibt jetzt 2 Apotheken. Am Kirchplatz und in der Kastenwörthstrasse.

Offline Elfi

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« Antwort #7 am: 06 Januar 2010 11:53:40 11:53 »
War der Laden nicht genau an der Ecke wo jetzt die " Apotheke am Kirchplatz ist " ?
Wie hieß der denn ? Ich dachte, das war vielleicht der Pflüger und ist dann umgezogen.
Aber den gabs ja anscheinend schon in der Krämerstraße.

Offline Julius

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« Antwort #8 am: 28 Januar 2010 17:54:29 17:54 »
Hallo,
wenn ich mich recht erinnere hieß der Inhaber Axtmann.

Gruß Julius

Offline Gunter

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« Antwort #9 am: 28 Januar 2010 23:21:22 23:21 »
....hasch Recht Julius

Offline monijoll

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« Antwort #10 am: 03 Mai 2010 22:58:27 22:58 »
Hallo
Stimmt, die Drogerie hiess Roth und der Herr Roth war ein sehr netter älterer Herr. Mein Bruder hatte das Hobby Chemie für sich entdeckt und bekam von der Oma so einen Baukasten geschenkt. Leider hielt dessen Inhalt seinem Forscherdrang nicht lange stand. Von seinem Taschengeld wollte er sich in der Drogerie neue Stoffe für Experimente besorgen. Doch Herr Roth schickte ihn nach Hause da er für solche Sachen noch zu jung wäre.
Irgendwann, nach vielen Diskussionen zu Hause liess sich unsere Mama erweichen und kaufte die natürlich völlig ungefährlichen und für sie auch unbekannten Mixturen ein. Herr Roths noch mal eindringliche Warnungen wurden überhört. Da unser Vater auch nicht begeistert war wurden die Experimente in die Wohnung der Oma verlegt.
Eine Weile ging auch alles gut. Als er aber einmal mehrere für sich alleine harmlose Stoffe in Gläsern zusammen in seiner Sporttasche aus Kunststoff transportierte, diese mit Schwung in die Ecke aufräumte(so machte man das damals) gingen die Gläser zu Bruch und das Verhängnis nahm seinen Lauf. Zuerst unbemerkt, da man das Wohnzimmer damals meist nur für Besuch benutzte(das Leben spielte sich in der Küche ab) vermischten sich die Stoffe zu einem Gemisch das zusammen mit dem Kunststoff der Tasche eine ungeheure Rauchentwicklung entfaltete die ruckzuck die ganze Wohnung füllte und danach die Bewohner der Insel-und Pfarrstr. allarmierte.
Feuerwehr retteten die Oma, entsorgten die Tasche, Problem gelöst. Bis Oma wieder bei Stimme:Mei Vögele rief.
Mutig stürzte sich ein Nachbar in die Küche und kam mit einem ehemals gelben hell singenden Kanarienvogel wieder. Er war wirklich rabenschwarz und krächzte wie eine Giesskanne. Alle trösteten die Oma ob des baldigen Ablebens ihres Lieblinges. Doch nach einem Prilbad und 2 Tagen frischer Luft war er wieder hergestellt und hatte noch ein paar schöne Jahre.
Ach ja, mein Bruder wurde kein Chemiker sondern Elektriker und bis heute haben das alle überlebt.
Bis hoffentlich bald
moni