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Die Geschichte von Rappenwört
Der Rhein, welcher sich durch das Rheintal schlängelte brachte während der Schneeschmelzen immer große Mengen an Steinen, Sand und Geröll mit sich.
Dieses konnte sich in den Niederrungen sehr gut ablagern. Der Rhein, der sich immer wieder schlängelnd seinen Weg suchte, bildete dadurch eine große Anzahl an kleinen Inseln. Eine dieser Inseln ist die Insel Rappenwört.
Wört ist eine Weiterentwicklung von Werd, eine Bezeichnung für Insel, erhöhtes wasserfreies Land zwischen Sümpfen. Bei Rappen handelt es sich wahrscheinlich um einen Familiennamen. Also die Insel der Familie Rappen.
Eine andere Version der Flurnamensforscher lautet Rabeninsel, da Rappen als Raben übersetzt wurde.
Vor der Rheinbegradigung lag die Insel noch linksrheinisch und hatte die Ortschaft Pforz (heute Maximiliansau) als unmittelbaren Nachbarn.
Die Gemarkung gehörte allerdings zu Daxlanden. Auch heute befinden sich noch Daxlander Gemarkungsgebiete auf der Pfälzer Seite des Rheins.
Das erste Daxlander Dorf im 6. Jahrhundert soll laut Vermutungen auf der Insel gelegen haben. Es handelte sich dabei jedoch nur um vereinzelte winzige Siedlungen. Funde römischer Grabstätten im Norden von Rappenwört belegen die Anwesenheit dieser Siedelungen.
Die Ansiedelungen wurde jedoch immer rasch von Hochwassern weggeschwemmt, so dass man dann die Ansiedelung in Richtung Hochgestade verlegte.
Als der Rheindurchstich durch Tulla 1819 bei Daxlanden gemacht wurde, fiel die Insel Rappenwört endgültig auf die Badische Seite.

Auf der Karte von 1702 sieht man die Insel Rappenwört (mittig mit gelbem Punkt und einer 4 drin)
1928 wurde das Rheinstrandbad Rappenwört und die Vogelwarte errichtet und am 20.Juli 1929, zur Eröffnung, wurden bereits tausende von Besuchern angelockt. Damit war ein Teilziel der Planer bereits erreicht, welche auf der Insel Rappenwört ein Strandhotel, ein Cafe mit Tanzgestade, Sportplätze und einen Schulbetrieb der für die Allgemeinheit zugänglichen Vogelschutzwarte. Familien des verarmten Mittelstandes, der Arbeiter und kleinen Beamten, welchen das Geld für eine Sommererholung fehlte, konnten sich hier günstig erholen. Der Hauptiniziator des Rheinstrandbades war, wie bei der Dammerstocksiedlung auch, Bürgermeister Hermann Schneider. Nach ihm ist die Hauptzufahrtsstrasse nach Rappenwört benannt.

Foto Rappenwörtbad von 1929
Zu jener Zeit gab es auch genügend Gegner des Rheinstrandbades. Die Einwände reichten von grundsätzlichen Bedenken gegen Freiluftbäder bis zu Bedenken finanzieller Art. Zu dieser Zeit war die Arbeitslosigkeit sehr hoch und die Staatskassen leer. Deshalb beteiligte sich auch der Staat nicht, wie ursprünglich einmal geplant, an der Vogelschutzwarte. Diese wurde am 1. August 1929 eröffnet und musste dann aber am 31. März 1934 aus finanziellen Gründen wieder schliessen, nachdem nur noch ausschliesslich Schulklassen diese besuchten. Aber auch die Schulklassen waren ausgeblieben, da der Pendelverkehr der Strassenbahn während der Woche eingestellt wurde.

Im Volksmund wird das Rheinstrandbad nur “Rappele” genannt. 1964 wurde das Wellenbecken eingeweiht.
Früher gab es einmal noch den Märchenwald, welcher sich neben der heutigen Wendeschleife der Strassenbahn befunden hat. Dort wurde Märchen mit Figuren nachgestellt. Die Märchen ertönten über Lautsprecher. Man konnte auch Mini-Autoscooter fahren. Der Märchenpark wurde Anfang der 80er Jahre geschlossen
Im Jahre 2007 wird das ehemalige Mehrzweckbecken zu einem Attraktionsbecken mit Rutschbahnen umgebaut.
Die ehemalige Vogelschutzwarte ist heute das Naturschutzzentrum und richtet Naturführung, Aktionstage und Kindergeburtstage aus.
Hier die Internetadresse: http://www.naturschutzzentren-bw.de/servlet/PB/menu/1065639_l1/index.htm
Die Insel Rappenwört beheimatet heute außerdem die Bootshäuser der Daxlander Vereine.

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